Brauchtum

Scheibensprengen


«Schiibe, Schiibe überriibe, söll em Schatz is Näschtli flüüge!»

Eine Clique von sechzehn Männern sorgt dafür, dass am Sonntag nach Aschermittwoch, der sogenannten “alten Fasnacht”, alles für das Scheibensprengen bereit ist. Handtellergrosse Holzscheiben aus Hagebuche, etwa zwölf Zentimeter breit und bis zwei Zentimeter dick, werden vor Weihnachten geschnitzt und getrocknet. Elastische Haselgerten dienen dem Wegsprengen und erinnern an das “Hornussen”. Der geeignete Ort für den Anlass ist das Boll, eine Anhöhe über dem Sisslebach. Dort versammelt sich bei Einbruch der Dämmerung immer eine stattliche Anzahl von Zuschauern. Seit 1977 gehört zur besonderen Attraktion ein mit Stroh umwickeltes und mit Stoff überzogenes Speichenrad von vier Metern Durchmesser, welches hell lodernd durch eine lange Eisenstange gedreht wird. Dieses Rad ist das uralte Symbol der Sonne.
Daneben treten die Scheibensprenger in Aktion. Sie zünden die Scheiben in der Flamme an und sprengen sie mit der Gerte über ein schräges Brett, eine Art Sprungschanze, Richtung Landstrasse in die Nacht hinaus. Dieses Sprengen ist eine besondere Kunst, und nicht jede Scheibe wird zum leuchtenden Feuerschweif.
Das Scheibensprengen hat sich auch in Kaiseraugst, in Stilli, im Hotzenwald, im St. Galler Rheintal, in Graubünden und in Glarus erhalten.

Eierleset

Je nachdem, wie der Kalender Ostern anzeigt, fällt dieses Dorffest auf einen April- oder einen Maisonntag. Das Ei gilt als Symbol der Fruchtbarkeit und des Ursprungs allen Lebens, und der Frühling als Urständ der Vegetation. In diesem Brauchtum wird ein Kräftemessen zwischen Winter und Lenz dargestellt, wobei man dem Frühling den Sieg über die kalte Jahreszeit wünscht.
In Oeschgen organisiert der Turnverein den Eierlauf. Im ganzenn Dorf sammelt man Eier, aber auch Geldgaben für die Tombola. Auf den Parcours zwischen Kirche und Gasthof Schwanen werden rohe Eier, je 100 Stück paarweise in Sägemehlnester gelegt. Je zwei Läufer der Winter- und der Frühlingspartei haben diese einzelnen einzusammeln und mit Geschick in eine Spreuwanne zu werfen, ohne dass die Eier zu bruch gehen. Die Eierleser müssen sich auf allerlei Komplikationen und Behinderungen gefasst machen. Winter und Frühling haben ihre Anhänger, die der anderen Partei mit Kapriolen zu schaden suchen. Maskierte Symbolfiguren tollen herum und treiben Schabernack. Die «Dürren» als Freunde des Winters und die «Grünen» als jene des Frühlings befehden sich am Spielfeldrand und versuchen den Lesern das Leben schwer zu machen.
Zu den «Dürren» gehört auch der dicke, mit Stroh vollgestopfte «Straumutti», der sich nur schwerfällig bewegen kann und zuweilen sogar stürzt. Er wird vom Schneemann und den mit Jasskarten oder Bierdeckeln ausstaffierten Winterkollegen verteidigt.
Zu den «Grünen» hingegen gehören «Tannechriisler», «Stächpälmler», «Hüenermaa» und der berliebte «Hochsetspaar». Es kommt zu Geplänkeln zwischen «Dürren» und «Grünen».
Um den Lesern den Lauf zu erschweren, müssen die Eier auch mit Stelzen, einem Schrottvelo ohne Bremsen oder mit «Sackgumpen» eingesammelt werden. Das Publikum hofft, der Frühling möchte die Wette gewinnen, sein Läufer werde das letzte Ei hoch über den First der Kirche werfen und damit den Sieg verkünden.
Den Schluss bildet der «Eiertätsch», wobei eine Schnitzelbank verlesen wird, die sich mit gewissen Dorfereignissen kritisch und humorvoll auseinandersetzt. Andernorts wird diese Schnitzelbank als Eierpredigt bezeichnet.

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